Der jüngste Tea Master Gold Europas - mit diesem Titel kann sich nur einer schmücken. Und dieser Eine ist der 23-jährige Leroy Henze, ein gebürtiger Berliner. Neben seinen Interessen für den Sport, die Luxus-Hotellerie, die gesunde Ernährung und das Reisen, hat sich Leroy durch Aus- und Weiterbildungen ein beeindruckendes Wissen im Tee-Bereich aufgebaut. Hierdurch konnte er sich in der Hotellerie etablieren. Um mehr über Leroy, sein Leben und seine Leidenschaft zu erfahren, haben wir uns mit ihm zu einem Interview getroffen.
Tea Master Gold - Wie alles anfing
Ich habe meine Hotelfachmann Ausbildung 2013 im 5-Sterne Superior Hotel Regent Berlin begonnen, die ich 2016 erfolgreich abschließen konnte. Man offerierte mir den Kurs zum Tea Master Gold, den ich dann im März 2018 zum jüngsten Tea Master Gold fertigstellte. Ein Tea Master Gold ist wie ein Sommelier für Wein, nur für Tee. Davon gibt es weltweit knapp 170.
Wie hast du während deiner Ausbildung gemerkt, dass diese Branche Platz für solche Weiterbildungen bietet?
Mir wurde relativ schnell klar, dass ich eine Person bin, die immer mehr möchte. Im damaligen 2 Sterne Restaurant Fischers Fritz unter Christian Lohse faszinierte mich die Vielfalt, die Kunst der Darstellung und das Fachwissen gewisser Personen. Im Allgemeinen interessierte ich mich mehr für den Bar-Bereich, in dem ich mich glücklicherweise zum Ronnefeldt Tea Master (Silber und dann Gold) weiterbilden konnte.
Die Reise zum Tea Master Gold: Deutschland & Sri Lanka
Für den Silberkurs fährt man nach Frankfurt am Main und für den Goldkurs nach Sri Lanka. Ich trat die Reise mit 8 weiteren Anwärtern aus Deutschland an und schloss einige Prüfungen vor Ort ab, die das Thema Tee im praktischen als auch im theoretischen Sinne behandeln. Dann habe ich den Anreiz gehabt, als jüngster Tea Master Gold mit 23 Jahren 2018 nach Berlin zurückzukehren und habe mich nach dem Erfolg weiterentwickelt, aber auch spezialisiert.
Womit stichst du heraus? Hast du dich zusätzlich spezialisiert?
Im November 2017 bildete ich mich zum staatlich anerkannten Ernährungsberater aus, um somit ein breites Spektrum anzubieten, da ich gemerkt habe, dass Tee mehr als "nur" ein Heißgetränk ist, wenn man krank ist. Ich konzentriere mich auf meinem Blog (www.teamasterleroy.com) und bei Instagram (@leroy_henze) auf das Thema Food Pairing, da es die Leute viel mehr anspricht, als reines Teewissen. Food Pairing ist die Kombination von gutem Tee mit guten Speisen. Leider ist die Fitness und Gesundheitswelle sehr extrem geworden, deshalb muss man sich etwas abheben.
Angst vor dem Einstieg in die Hotellerie oder Gastronomie?
Puh, ich muss ganz ehrlich sagen, dass der Übergang von der Schule (Abitur) in die Ausbildung in einem Luxushotel extrem war, ich fühlte mich oft wie ein Elefant im Porzellanladen, da ich sehr jung und unsicher war. Viele Kollegen nahmen mir schnell die Unsicherheit und ein großer Faktor in der Hotellerie ist der Zusammenhalt unter den “Gastro-Leuten.” Du bist nie allein! Ich habe mich dann mithilfe der Erfahrung weiterentwickelt und habe im Juli 2018 einen neuen Schritt mit dem ersten Wechsel in ein neues Haus, dem Waldorf Astoria Berlin gemacht. Meiner Meinung nach der exakt richtige Schritt zur richtigen Zeit.
Was war für die die größte berufliche Hürde? Und wie bist du damit umgegangen?
Eine sehr schwierige Frage: Ich hatte mal eine extreme Gastbeschwerde, bei dem der Gast kaum zu beruhigen war, es war jedoch nicht meine Schuld und genau das wusste ich in der Argumentation, wichtig hierbei war es, ruhig zu bleiben und den Gast zu beruhigen. Ich denke ich kann behaupten, dass bisher fast alles relativ reibungslos verlief und ich immer mit mir zufrieden war und sagen kann, dass ich immer mein Bestes gegeben habe.
Was macht für dich einen guten Arbeitgeber aus? Was hat dich motiviert dich bei den Hotels zu bewerben?
Meiner Meinung nach ist es immer wichtig, wenn ich merke, dass ein sich ein Arbeitgeber für mich (geht denke ich jedem so) interessiert. Eine sortierte und geplante Arbeitsatmosphäre sollte gegeben sein, das heißt geregelte Dienste, ein homogenes Team, etc.
Im Regent Berlin hab ich mich damals beworben, weil ich unbedingt in einem 5-Sterne Hotel lernen wollte. Es war natürlich nicht die einzige Bewerbung, aber man bemühte sich sehr um mich und das gefiel mir.
Die Bewerbung im Waldorf Astoria lief ehrlich gesagt etwas anders, denn einige Personen im Bar Team kannte ich bereits über 5 Ecken, wie das in der Hotellerie oft der Fall ist. Durch diese hörte ich, dass man im WA Berlin sehr interessiert ist, den High Tea, also die Tea Time, auf ein neues Top Level zu bringen, man buhlte um meine Dienste, wollte mich "verpflichten" und deshalb kam es zu einem Gespräch und einer "Bewerbung". Auch hier zeigt sich, dass die Hotellerie oft für Überraschungen gut ist.
Zukunftswünsche: Wo siehst du dich in 10 Jahren?
Sehr gute Frage; ich denke das kann man so exakt nicht sagen, hätte mich jemand vor fünf Jahren gefragt, hätte ich auch nicht gesagt Tea Master im Waldorf Astoria Berlin. Meine Riesen-Leidenschaft ist immer noch der Sport, vielleicht werde ich irgendwann mal etwas mit Sport machen, im Moment nehme ich die Erfolgswelle mit und bin super glücklich! Das Ausland reizt mich durchaus auch nochmal. Man sollte aber auch einfach mal mit dem zufrieden sein, was man hat und momentan misse ich wirklich gar nichts. Ich freue mich über jede weitere Möglichkeit das Projekt Tea Master und Tea Time im Waldorf zu führen.
Ein schönes Schlusswort
Alles in allem sollte man sich selber treu bleiben, hart für seinen Traum und seine Anerkennung arbeiten. Wer auch hart dafür arbeitet, bekommt den Lohn irgendwann zurück, auch wenn es vielleicht manchmal nicht so schnell wie erwartet ist.
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Willst du mehr über den Tea Master Gold erfahren?
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